Glauben ist für mich…

…ein riesiges Abenteuer, sehr viel Selbstüberwindung, die große Freiheit, unendliche Würde und das einzig Vernünftige. Glauben ist das größte Geschenk meines Lebens!


Die Geschichte meines Glaubens ist noch sehr jung – und doch geht sie schon mein ganzes Leben. Denn Glauben ist ein Geschenk, Glauben ist die Antwort auf den Ruf, der von Gott kommt. Antworten zu können, das ist das Neue und Aufregende in meinem Leben. Der Ruf war immer schon da: in Gestalt einer Sehnsucht und Rastlosigkeit, einer Unzufriedenheit und immer neu aufflammenden Suche. Was ist Wahrheit? Wo gibt es Freiheit, Schönheit und Liebe in diesem Leben? Papst Johannes Paul II. bringt es auf den Punkt: „In der Tat: Es ist Jesus, den ihr sucht, wenn ihr vom Glück träumt. Er ist es, der auf euch wartet, wenn euch nichts von dem zufrieden stellt, was ihr vorfindet.“ Gott hat mich mit diesem Verlangen nicht allein gelassen, er hat mir Menschen an die Seite gestellt – Begleiter, die mich behütet und geliebt, herausgerufen und gefordert haben. Im Rückblick zeigt sich: Schon lange bevor ich es wusste, hat Jesus in meinem Leben gewirkt, hat er zu mir gesprochen, mich getragen und an sich gezogen.
Das zu erkennen, dazu musste ich die Erfahrung des Scheiterns, des eigenen Mangels machen. Ich musste lernen, dass ich mich nicht selbst befreien kann, dass ich nicht lieben und letztlich nicht leben kann. Erst in dieser Armut konnte ich den Reichtum seiner Liebe erleben; erst als ich aufgehört habe, mich ständig selbst zu rechtfertigen, entdeckte ich, dass Jesus mich schon längst gerechtfertigt hat. Glaube bedeutet damit vor allem eines: Ich gebe einer Sache, die ich für unwahrscheinlich oder falsch halte, die Chance, sich als wahr herauszustellen. Ich öffne mich dem Anderen, ich lasse mich vom Anderen öffnen. Dieses Andere ist am Ende nicht irgendeine Lehre oder ein Dogma – es ist eine konkrete Person. Es läuft alles auf eine Frage hinaus: Glaube ich Jesus?
Es gibt kein größeres Geschenk in meinem Leben als das „Ja“, mit dem ich darauf nun antworten kann. Jesus spricht: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien“ (Joh 8,31-32). Mit dem Ja zu ihm hat das größte Abenteuer meines Lebens begonnen: Tag für Tag verwandelt er durch seine Liebe mein Herz, meine Beziehungen, meine ganze Wirklichkeit. Er befreit mich von Angst und Schuld und er lehrt mich in Freude und Leid, was es heißt ein Liebender zu sein. Die Begegnung mit Jesus ist kein bequemer Weg, aber sie ist die schönste Liebesgeschichte meines Lebens.

Brian Thomas
Doktorand der Philosophie an der Universität Passau