Grundlegende Texte zur Neuevangelisierung

Neuevangelisierung ist keineswegs ein neues Thema. Seit vielen Jahren ist die neue Evangelisierung ein Herzensanliegen der Kirche, über das sehr viel gesagt und geschrieben wurde. Hier haben wir eine Auswahl von grundlegenden und weiterführenden Texte zusammengestellt.

Papst Franziskus (2013): Evangelii gaudium

Die Bischofssynode 2012 zum Thema Neuevangelisierung wurde aufgrund des Rücktritts von Papst Benedikt XVI. ohne nachsynodales Schreiben abgeschlossen. So baten die Synodenväter Papst Franziskus, über dieses Thema zu schreiben und es entstand das apostolische Schreiben des Papstes „Evangelii gaudium“ (Freude des Evangeliums). Ein Text, in dem der Papst die überragend wichtige Rolle der Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute darlegt.

Vollständiger Text: Evangelii gaudium

„Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer,
die Jesus begegnen. Diejenigen, die sich von ihm retten lassen, sind befreit von der Sünde, von der Traurigkeit, von der inneren Leere und von der Vereinsamung.
Mit Jesus Christus kommt immer – und immer wieder – die Freude. In diesem Schreiben möchte ich mich an die Christgläubigen wenden, um sie zu einer neuen Etappe der Evangelisierung einzuladen, die von dieser Freude geprägt ist, und um Wege für den Lauf der Kirche in den kommenden Jahren aufzuzeigen.“Evangelii Gaudium, S. 3


Papst Benedikt XVI. (2010): Ubicumque et semper

Mit dem apostolischen Schreiben „Ubicumque et semper“ (Überall und immer) richtete Papst Benedikt XVI. den pästlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung ein. Darin sind unter anderem auch die Aufgaben dieses Rates zu finden.

Vollständiger Text: Ubicumque et semper

„Der ehrwürdige Diener Gottes Johannes Paul II. machte diese anspruchsvolle Aufgabe zu einem der Angelpunkte seines umfassenden Lehramtes und fasste sie in dem Begriff ‚Neuevangelisierung‘ zusammen, den er in zahllosen Ansprachen systematisch vertiefte. Es ist die Aufgabe, um die sich die Kirche heute sorgt, besonders in den Regionen in früher Zeit erfolgter Christianisierung. Eine Aufgabe, die zwar direkt die Herstellung ihrer Beziehungen nach außen im Blick hat, jedoch vor allem eine ständige Erneuerung im Inneren voraussetzt, sozusagen ein ständiges Fortschreiten von der evangelisierten hin zur evangelisierenden Kirche.“Ubicumque et semper, S. 2f.


Deutsche Bischofskonferenz (2000): Zeit zur Aussaat –
Missionarisch Kirche sein

Missionarisch Kirche sein bedeutet laut den deutschen Bischöfen nicht, eine zusätzliche kirchliche Aktivität zu entfalten. Gemeinschaft und Sendung, sind immer die zwei Seiten ein und derselben Medaille. Ziel dieses Schreibens ist, alle kirchlichen Aktivitäten (in den Gemeinden, Verbänden, geistlichen Bewegungen und Gemeinschaften) neu vor dem Hintergrund der missionarischen Dimension der Kirche zu verstehen und diesen Prozess zu unterstützen.

Vollständiger Text: Zeit zur Aussaat

„Im Zentrum aller pastoralen Bemühungen steht die Sorge um Glaubenserneuerung und Glaubensvertiefung als eine Hilfe, dem Gott des Lebens zu begegnen.
Dazu gehört eine persönlich verantwortete, in eigener Erfahrung verwurzelte Glaubensentscheidung. Das gilt nicht nur für die Getauften. Die Verkündigung des Evangeliums will alle Menschen erreichen, jene, denen das Evangelium noch nicht bekannt ist, und jene, die aus verschiedenen Gründen zögern und die Zustimmung zum Glauben noch nicht geben. Die Botschaft des Evangeliums will gehört, aufgenommen und angeeignet werden, sie sucht die Zustimmung der Herzen der Menschen zur Wahrheit des Glaubens.“Zeit zur Aussaat, S. 23


Papst Johannes Paul II. (2000): Novo Millennio Ineunte

Das Apostolische Schreiben „Novo Millennio Ineunte“ zum Abschluss des Großen Jubiläums des Jahres 2000 von Papst Johannes Paul II. vom 6. Januar 2001 (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 150), hg. von der Deutschen Bischofskonferenz.

Vollständiger Text: Novo Millennio Ineunte

„…Jesus, die Quelle echter Herzensfreude! Durch diese Erfahrung gestärkt,
nimmt die Kirche heute ihren Weg wieder auf, um der Welt zu Beginn des dritten Jahrtausends Christus zu verkünden: Er ‚ist derselbe gestern heute und in Ewigkeit‘ (Hebr 13,8). […] Es geht also nicht darum, ein ‚neues Programm‘ zu erfinden. Das Programm liegt schon vor: Seit jeher besteht es, zusammengestellt vom Evangelium und von der lebendigen Tradition. Es findet letztlich in Christus selbst seine Mitte. Ihn gilt es kennen zu lernen, zu lieben und nachzuahmen, um in ihm das Leben des dreifaltigen Gottes zu leben und mit ihm der Geschichte eine neue Gestalt zu geben, bis sie sich im himmlischen Jerusalem erfüllt. Das Programm ändert sich nicht mit dem Wechsel der Zeiten und Kulturen, auch wenn es für einen echten Dialog und eine wirksame Kommunikation die Zeit und die Kultur berücksichtigt. Es ist unser Programm für das dritte Jahrtausend.“Novo Millennio Ineunte, S. 26f.


Papst Johannes Paul II. (1990): Redemptoris Missio

Die Enzyklika „Redemptoris Missio“ aus dem Jahr 1990 beschreibt die fortdauernde Gültigkeit des missionarischen Auftrags der Kirche.

Vollständiger Text: Redemptoris Missio

„Das vorliegende Dokument hat eine innere Zielrichtung: die Erneuerung des Glaubens und des christlichen Lebens. Durch die Mission wird die Kirche tatsächlich erneuert, Glaube und christliche Identität werden bestärkt und erhalten neuen Schwung und neue Motivation. Der Glaube wird stark durch Weitergabe! Die neue Evangelisierung der christlichen Völker findet Anregung und Halt im Einsatz für die sich weltweit betätigende Mission. […] Ich halte die Zeit für gekommen, da alle kirchlichen Kräfte für die neue Evangelisierung und für die Mission ad gentes einzusetzen sind.“Redemptoris Missio, S. 2f.


Papst Johannes Paul II. (1988): Christifideles Laici

Mit dem Thema Berufung und Sendung der Laien in Kirche und Welt beschäftigt sich das nachsynodale apostolische Schreiben „Christifideles Laici“ von Papst Johannes-Paul II. aus dem Jahr 1988.

Vollständiger Text: Christifideles Laici

„Darum kann die Menschheit dennoch hoffen, ja, sie muß hoffen: Das personifizierte und lebendige Evangelium, Jesus Christus selbst, ist die ’neue Botschaft‘, die Freude bringt, und die die Kirche jeden Tag allen Menschen verkündet und bezeugt. In dieser Verkündigung und in diesem Zeugnis kommt den Laien ein spezifischer und unersetzlicher Beitrag zu: Durch sie wird die Kirche Christi in den verschiedensten Bereichen der Welt als Zeichen und Quelle der Hoffnung und der Liebe präsent.“Christifideles Laici, S. 8


Papst Paul VI. (1975): Evangelii nuntiandi

Das Apostolische Schreiben „Evangelii nuntiandi“ von Papst Paul VI. aus dem Jahr 1975 handelt über die Evangelisierung in der Welt von heute.

Vollständiger Text: Evangelii nuntiandi

„Evangelisieren besagt für die Kirche, die Frohbotschaft in alle Bereiche der Menschheit zu tragen und sie durch deren Einfluß von innen her umzuwandeln
und die Menschheit selbst zu erneuern: ‚Seht, ich mache alles neu!‘.
Es gibt aber keine neue Menschheit, wenn es nicht zuerst neue Menschen gibt durch die Erneuerung aus der Taufe und ein Leben nach dem Evangelium. Das Ziel der Evangelisierung ist also die innere Umwandlung.“ Evangelii nuntiandi, S. 8