Glauben verstehen

Neben der Vertiefung der Beziehung zu Gott im Gebet können wir auch aus den vielen Quellen schöpfen, die uns von ihm erzählen. Um eine Person besser kennen zu lernen, wollen wir auch mehr über sie erfahren. Auf dieser Seite finden Sie ein paar Tipps zu verschiedenen Quellen, aus denen wir mehr Wissen über unseren Glauben schöpfen können.

Die Heilige Schrift

Die wohl naheliegendste Quelle ist für uns Christen die Bibel – unsere Heilige Schrift. In ihr finden wir Gott durch Sein Wort. Dabei handelt es sich um viele verschiedene Bücher: Geschichtsbücher (z.B. Exodus), Gesetzestexte (z.B. Deuteronomium), Poesie (z.B. Psalmen), Prophetien (z.B. Jesaja), Sprichwörter (z.B. Sprüche), Briefe (z.B. von Paulus). Wenn man die Bibel aufschlägt, ist es gut zu wissen, um welche Textgattung es sich gerade handelt.

Wenn man beginnt, in der Bibel zu lesen, empfiehlt es sich, nicht gleich mit dem Alten Testament anzufangen, sondern mit den Evangelien – den Erzählungen über Jesus. In ihnen lernen wir Jesus kennen, Sein Leben und Wirken, die Gleichnisse und Wunder. Wir lesen Seine Worte.

„Die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen.“ Hl. Hieronymus

Grundsätzlich ist es wichtig zu wissen, dass Gott nicht wie ein Beamter einen Regelkatalog für uns geschrieben hat – Er ist vielmehr ein Poet, der uns mit Hilfe dieser vielen Geschichten die eine große Geschichte erzählen will: die Liebesgeschichte zwischen Ihm und uns Menschen.

Das Leben der Heiligen

Heilige sind Freunde Gottes. Sie haben eine enge Beziehung zu Ihm und sind mit Ihm vertraut. Wenn wir Geschichten aus dem Leben von heiligen Personen lesen oder hören, lernen wir dadurch auch Gott besser kennen. Und man findet sie nicht nur in Büchern: Vielleicht sind Sie auch schon einmal einer Person begegnet oder kennen jemanden, bei dem Sie gespürt haben, dass er oder sie eine enge Beziehung zu Jesus hat. Jesus selbst scheint in ihnen durch, da sie offen sind für Seine Gegenwart und Sein Wirken. Solche Menschen führen uns näher zu Ihm. Eigentlich die Berufung eines jeden Christen.

Die Vielfalt guter Bücher

Über den christlichen Glauben gibt es eine Vielzahl von Büchern. Wenn Sie auf der Suche sind nach Vertiefung im Glauben, kann das Lesen guter Bücher eine sehr große Hilfe sein. Die Kirche hat hier einen reichen Schatz: unzählige Schriften und Bücher von Päpsten, Heiligen, Kirchenlehrern.

Der Katechismus der Katholischen Kirche

Besonders erwähnenswert unter diesen vielen Büchern ist der Katechismus der katholischen Kirche (KKK). Er ist eine „Darlegung des Glaubens der Kirche und der katholischen Lehre, wie sie von der Heiligen Schrift, der apostolischen Überlieferung und vom Lehramt der Kirche bezeugt oder erleuchtet wird“ (Fidei Depositum, Nr. 4). Mit Zusammenfassungen am Ende eines jeden Kapitels und umfangreichen Verweisen auf Texte der Bibel und der katholischen Tradition ist der KKK neben einer zusammenhängenden Darstellung auch ein Nachschlagewerk zum römisch-katholischen Verständnis des christlichen Glaubens. 1992 wurde er unter Papst Johannes Paul II. veröffentlicht.




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In die Tiefe gehen

Katechesen und Impulse

„Glauben kommt vom Hören“, schreibt Papst em. Benedikt XVI., damals noch Josef Ratzinger, in seinem Werk „Einführung in das Christentum“. Im Gegensatz zur Philosophie gehe es im Glauben nicht um „das selbst Erdachte, sondern das mir Gesagte, das mich als das nicht Ausgedachte und nicht Ausdenkbare trifft“. Mehr noch als ein Buch helfen uns Menschen, die von Jesus erzählen und dabei authentisch und glaubwürdig sind. Wenn wir einem Menschen vertrauen und seinem Wort „Glauben schenken“, öffnet sich unser Herz für das, was er sagt – oder für den, über den er spricht. Wir brauchen Menschen, die voller Begeisterung und Liebe über Gott sprechen, weil sie Ihn kennen.

„Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben?
Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündigt?“Hl. Paulus im Brief an die Römer 10,14