Gott suchen und finden

Wie mache ich mich eigentlich auf die Suche nach Gott?

Das ist die gute Nachricht: Er sucht uns! Er wartet auf uns und möchte sich von uns finden lassen. In der St. Paul’s Cathedral in London findet man ein eindrucksvolles Bild mit dem Titel „Das Licht der Welt“. Jesus steht vor der Tür und klopft an. Die zugewachsene Tür hat außen keinen Griff. So steht Jesus vor der Tür Ihres Herzens und klopft an… Er kann nicht selber aufmachen. Nur Sie können ihm die Tür öffnen.

Wie können wir diese Tür öffnen?


Ein Kunstwerk: Geschnitzte Haustür in der Passauer Altstadt

1. Mit anderen über ihn sprechen
„Glauben kommt vom Hören“, schreibt Papst em. Benedikt XVI., damals noch Josef Ratzinger, in seinem Werk „Einführung in das Christentum“. Im Gegensatz zur Philosophie gehe es laut ihm im Glauben nicht um „das selbst Erdachte, sondern das mir Gesagte, das mich als das nicht Ausgedachte und nicht Ausdenkbare trifft“. Wir laden Sie deshalb ein, auf Ihrer ganz persönlichen Suche Menschen mit einem lebendigem Glauben aufzusuchen und mit ihnen darüber zu sprechen. Eine schöne Möglichkeit, um mit anderen ins Gespräch zu kommen, bieten Glaubenskurse. Wo in unserem Bistum Kurse angeboten werden, finden Sie in der Bistumskarte.

2. Mehr über ihn erfahren
Um mehr über Jesus und den christlichen Glauben zu erfahren, empfehlen wir Ihnen Bücher darüber zu lesen – und im Besonderen die Bibel. Dabei ist es eine Hilfe, nicht ganz vorne im Alten Testament zu beginnen, sondern beim Lesen der Bibel mit den Evangelien im Neuen Testament zu starten. Eine andere Hilfe könnte sein, sich mit anderen zu treffen, um gemeinsam Passagen aus der Heiligen Schrift zu lesen und sich darüber auszutauschen. Eine Form dafür ist beispielsweise die Lectio Divina. Wo es in in Ihrer Nähe Bibelkreise und ähnliches gibt, finden Sie in der Karte des Bistums.

3. Mit Ihm sprechen
Mit Gott sprechen heißt beten. Wir können Ihm alles anvertrauen und Ihn bitten, dass Er uns auch antwortet. Seine Stimme in der Tiefe unseres Herzens zu hören, braucht etwas Übung und vor allem: Stille. Bischof Stefan Oster empfiehlt in einer seiner Predigten (hier nachlesen) mit 15 Minuten am Tag zu starten. Eine Hilfe dafür bietet zum Beispiel die Aktion „einfach gemeinsam BETEN“ – ein Gebetsnetz über Whatsapp-Gruppen.

Die wichtigsten 15 Minuten Ihres Lebens

„Geben Sie Jesus jeden Tag sehr bewusst Zeit. Wenn Sie darin Anfänger sind, fangen Sie mit einer Viertelstunde an, das ist nicht viel von den 24 Stunden des Tages. Aber täglich 15 Minuten, wenn Sie diese Zeit treu dem Herrn schenken, dann werden das Vertrauen und die Freundschaft wachsen – und die Innerlichkeit. Wie soll man das machen? Suchen Sie sich einen ruhigen Ort in Ihrer Wohnung, und stellen Sie sich am Anfang bewusst unter Gottes Blick: Er wartet auf Sie und er liebt Sie. Egal, wie Sie kommen. Werden Sie ruhig. Dann sagen Sie ihm, was Sie gerade beschäftigt, in Ihren Beziehungen, in Ihrer Arbeit, in Ihrem eigenen Leben. Danken Sie ihm für das Gelungene, bitten Sie ihn um Vergebung für Misslungenes. Lesen Sie einen kurzen Abschnitt aus dem Evangelium, langsam, vielleicht mehrmals. Bleiben Sie innerlich bei dem, was Ihnen auffällt. Vielleicht kommen Sie auch auf etwas, was Sie selbst tun können. Beten Sie für die, die Ihnen wichtig sind, aber auch für solche, die Sie nicht mögen oder die Ihr Gebet brauchen. Schließen Sie die Gebetszeit mit einem Vater Unser ab und mit einem Gruß an die Mutter Gottes. Ich bin der festen Überzeugung: Wenn Sie treu sind, dann könnten das die täglich wichtigsten 15 Minuten Ihres Lebens werden.“ (Ausschnitt aus der oben genannten Predigt von Bischof Stefan Oster)


4. Seine liebende Gegenwart erfahren
Gott ist die Liebe. So wie die Liebe nicht sichtbar und greifbar, jedoch deutlich spürbar ist, ist es auch bei Gott. Auch wenn wir ihn nicht sehen, können wir ihn spüren. Ob in einem Gespräch, in einer Umarmung oder in der Natur – Gott ist immer gegenwärtig. Besonders leicht kann man diese Erfahrung vor allem an Orten machen, wo viel gebetet wird und die Atmosphäre sozusagen durchdrungen ist von seiner Liebe. Die katholische Kirche hat dabei einen besonderen Schatz: die Eucharistie, in der Gott in besonderer Weise gegenwärtig und spürbar ist. Neben der Heiligen Messe kann man diese Erfahrung besonders auch in der eucharistischen Anbetung machen, die auch an einigen Orten in unserem Bistum regelmäßig stattfindet.


„Ich lade jeden Christen ein, gleich an welchem Ort und in welcher Lage er sich befindet,
noch heute seine persönliche Begegnung mit Jesus Christus zu erneuern oder zumindest den Entschluss zu fassen,
sich von ihm finden zu lassen, ihn jeden Tag ohne Unterlass zu suchen. (…)
Wer etwas wagt, den enttäuscht der Herr nicht, und wenn jemand einen kleinen Schritt auf Jesus zu macht,
entdeckt er, dass dieser bereits mit offenen Armen auf sein Kommen wartete.“Papst Franziskus
Weiterlesen

 Kommt und seht!