Wo zwei oder drei…

Wenn sich Christen zum Gebet versammeln, dann sagt Jesus uns zu, dass er mitten unter uns ist (vgl. Mt 18.20). Gemeinsam zu beten und unseren Glauben miteinander zu teilen trägt und gibt Halt. Es ist die Basis jeder christlichen Gemeinschaft. Ein mögliches Modell sind Gebetskreise – hier ein paar Tipps dazu:

Anfang

  • Das Wichtigste: Sehnsucht und Gebet. Wenn Sie sich eine Gruppe von Menschen wünschen, mit denen Sie sich regelmäßig zum Gebet treffen können – bitten Sie den Herrn darum.
  • Suchen Sie nach „Gleichgesinnten“ und treffen Sie sich regelmäßig. Entscheidend ist dabei nicht die Anzahl der Personen, sondern die Treue, in der Sie zur Ehre Gottes zusammen kommen.
  • Vielleicht muss man am Anfang eine weitere Strecke zurücklegen, bis sich vor Ort etwas Eigenständiges ergibt. Aber auch hier ist entscheidend, einfach mal anzufangen – auch wenn man vielleicht zuerst „nur“ zu zweit ist. Denn „weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.“ (Mt 18,19)

Zeit

  • Treffen Sie sich regelmäßig, möglichst immer am gleichen Tag zur selben Zeit.
  • Durch diese Beständigkeit können Sie als Gemeinschaft zusammenwachsen.
  • Es ist auch einfacher, andere einzuladen, wenn man eine fixe Zeit und einen bestimmten Ort hat.
  • Aber: Überfordern Sie sich nicht – ein Gebetskreisabend sollte nicht länger als 1 – 2 Stunden dauern (vor allem abends unter der Woche, wenn nach dem Gebet noch Zeit für Austausch sein soll, ist es gut sich ein zeitliches Limit zu setzen).

Ort

  • In einer Kirche fühlt man sich schnell verloren mit wenig Leuten.
  • Wichtig ist, dass es ein Raum ist, an dem man ungestört beten kann.
  • Wenn Ihre Wohnung ungeeignet ist, fragen Sie doch in Ihrer Pfarrei oder vielleicht in einem Kloster nach einem Gebetsraum, wo Sie sich regelmäßig treffen können.
  • Verwandeln Sie diesen Ort in einen Gebetsraum, indem Sie zum Beispiel eine Kerze anzünden und ein Kreuz oder eine Ikone aufstellen. Und gestalten Sie ihn so, dass Sie sich darin wohlfühlen (keine Abstellkammer, Ablenkungen etc. vermeiden).
  • Wichtig ist, in diesem Raum eine Atmosphäre des Gebetes zu schaffen – einfach indem Sie regelmäßig dort beten.
  • Ein Vorteil bei einem nicht privaten Raum: Wenn Sie sich nicht zu Hause treffen, kann es einfacher sein, andere Leute dazu einzuladen, da die Hemmschwelle nicht so groß ist.

Gemeinschaft

  • Leben Sie nicht nur die Gemeinschaft im Gebet, sondern pflegen Sie Freundschaften.
  • Der Gebetskreis soll Freude machen. Zusammen essen und trinken, sich unterhalten, gemeinsam lachen und weinen, etwas zusammen unternehmen – das alles gehört zur Gemeinschaft.
  • „Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens.“ (Apg 2,46)

Leitung

  • Es braucht eine oder zwei zuverlässige Personen, die den Gebetskreis leiten, den Abend vorbereiten und z.B. Lieder auswählen, die das Gebet leiten, den Lobpreis anstimmen…
  • Lobpreisleiter: Es ist schön, wenn Sie jemanden haben, der z.B. Gitarre oder Klavier spielen kann. Das kann das gemeinsame Gebet sehr bereichern.
  • Leiter sein heißt auch immer Diener sein für die Anderen. Jedoch nicht, dass man alles alleine machen muss, sondern dass man die anderen Mitglieder des Gebetskreises einlädt, sich einzubringen.
  • Der Leiter oder die Leiterin sollte ein offenes und positives Verhältnis zu allen Mitgliedern haben.
  • Ziel eines Leiters sollte immer sein, einen Raum zu schaffen, wo Gott erfahrbar wird und wo man sich gegenseitig stärken und tragen kann, ein Raum, der offen ist für jeden und jede und die Kirche als Gemeinschaft neu erlebbar macht.

Was tun?

Die Möglichkeiten sind vielfältig: Gemeinsam in der Bibel lesen und sich darüber austauschen, zusammen Rosenkranz beten, oder einfach frei Dank- und Bittgebete sprechen, Impulse oder Katechesen zu Glaubensthemen hören, gegenseitig Zeugnis geben von Erfahrungen im Glauben oder Glaubenszeugnisse von anderen hören, gemeinsam Lobpreislieder singen, gemeinsam Gott im Allerheiligsten anbeten, Podcasts hören, gemeinsam ein geistliches Buch, den Katechismus, Youcat oder sonstiges lesen und besprechen… z.B. „Pardon, ich bin Christ“ von C.S. Lewis. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie man gemeinsam beten und im Glauben wachsen kann. Probieren Sie einfach aus, was am Besten zu Ihnen passt.

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